Yoga und Wald: Doppelt entspannen

Bäume senken das Stresslevel. Wie Yoga das nutzen kann – drinnen und draußen.

Selbst ein Blick auf ein Video mit Bäumen entspannt. Dabei wirkt es umso entspannender, je mehr Bäume darauf zu sehen sind. Das hat ein Forschungsteam um Bin Jiang von der University of Illinois nachgewiesen.

In einer Studie (Originalveröffentlichung) versetzten sie zunächst 160 Teilnehmer in Stress. Sie sollten eine Rede vor Publikum vorbereiten oder Rechenaufgaben vor einem Schiedsgericht lösen. Dann bekamen sie 3D-Videos gezeigt, auf denen zwischen zwei und über 60 Prozent Bäume zu sehen waren. Die Ergebnisse waren eindeutig: Je mehr Bäume zu sehen waren, desto stärker entspannten sich die Teilnehmer.

Ein Bild vom Wald neben dem Schreibtisch, am besten kombiniert mit einer kurzen Yogaübung fürs Büro bevor der Stresslevel zu stark ansteigt, ließe sich also schon zu einer effektiven Mikropause nutzen. Denn dass Yoga Stress abbaut, wurde schon mehrfach nachgewiesen. So schreibt Dr. Holger Cramer von der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen in „Yoga in Prävention und Therapie“ (S. 18):

Vermutlich wirkt Yoga über zwei komplementäre Mechanismen dem Stress entgegen:  Zunächst reduziert die Praxis die Aktivierung und Aktivierbarkeit des sympathischen Systems, welches für die sogenannte »Fight and Flight«-Reaktion verantwortlich ist, also Körper und Geist aktiviert, um stressige Situationen durchstehen zu können. Diese »Fight and Flight«-Reaktion ist physiologisch hochsinnvoll, bei chronischer Aktivierung aber krankmachend – dem kann Yoga entgegen wirken, indem es etwa Dysregulationen der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse verringert, wodurch die Ausschüttung des »Stresshormons« Cortison moduliert wird. Neben dieser Verringerung der Reagibilität auf Stress spricht Yoga auch direkt den  Vagus-Nerv an, aktiviert also das parasympathische System, welches wiederum einen Entspannungszustand auslöst. Längerfristig praktiziert kann Yoga eventuell den Grundzustand des Nervensystems von einem primär sympathischen (stressanfälligen) zu einem primär parasympathischen (entspannten) Zustand hin verschieben.

Sehr gut untersucht ist inzwischen übrigens auch, wie echte Bäume wirken: Die Luft, der Geruch, die Farben, die Vogelstimmen – das alles wirkt unglaublich beruhigend. Und senkt erwiesenermaßen den Blutdruck und die Stresshormone Cortisol und Adrenalin?

Wer ausprobieren will, wie man sich nach einer Stunde im Wald mit Gehmeditation und Yoga fühlt, ist herzlich willkommen bei den Kursen zu yoga.natur.achtsamkeit im Kranichsteiner Wald.